Erfahrungen & Bewertungen zu WBV Finanzservice-GmbH Was ist eine Risikovoranfrage? - WBV Finanzservice GmbH

Was versteht man unter einer Risikovoranfrage? Wozu braucht man das?

Im Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung werden Ihnen Fragen gestellt anhand derer der Versicherer Ihr individuelles Risiko einzuschätzen versucht, um zu entscheiden, ob er Ihren Antrag annehmen möchte, und wenn ja, zu welchem Beitrag und zu welchen sonstigen Konditionen.

Diese Fragen betreffen:

  • Ihr Alter
  • Ihren Beruf in seiner individuellen Ausprägung
  • Ihre Hobbies und Freizeitaktivitäten
  • Geplante Auslandsaufenthalte
  • Ihre Körpergröße und Gewicht (BMI)
  • Ihre gesundheitliche Historie

Ihr Alter und auch ihr BMI ist einfach ermittelt. Ebenso ob Auslandsaufenthalte bevorstehen. Aber wie genau sind Ihr Beruf, Ihre Freizeitaktivitäten und Ihre gesundheitliche Situation ausgeprägt.

Wer hier nicht genau weiß was der Versicherer an Informationen benötigt, liefert schnell das falsche oder zu wenig. Daran kann dann der gewünschte Schutz ganz scheitern oder nur zu schlechteren Konditionen angeboten werden, als dies vielleicht möglich gewesen wäre mit einer sauberen Aufarbeitung Ihrer Daten.

Direkt einen Antrag stellen bei einem oder mehreren Versicherern?

Stellen Sie direkt einen Antrag bei Versicherer A und erhalten aufgrund Ihrer Angaben eine Ablehnung, ist das nicht nur für diesen einen Antrag schlecht. Viele Versicherer melden diese Ablehnung an das HIS, das ist das „Hin­weis- und Infor­ma­ti­ons­sys­tem der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft“. Wenn Sie nun bei einem anderen Versicherer B einen neuen Antrag stellen, bei dem Ihr Grund für die Leistungsablehnung bei Versicherer A in den Antragsfragen des Versicherers B gar nicht gefragt worden wäre, und dieser macht eine Abfrage im HIS, erhält er die Information, dass es bereits einen abgelehnten Antrag gab und dann möchte er von Ihnen den Grund dafür wissen. Schon haben Sie das alte Thema wieder auf dem Tisch. Denn wenn ein Versicherer Information erhalten hat, wird er sie auch verwerten.

Doch auch wenn Versicherer A nicht an das HIS meldet, ist eine Ablehnung für Sie sehr nachteilig, denn die meisten Versicherer fragen in ihrem Antrag nach parallel gestellten oder bereits abgelehnten Anträgen. Somit fällt Ihnen der parallel gestellte und der abgelehnte Antrag auch hier auf die Füße.

Die Risikovoranfrage

Sie sehen, es ist nicht nur uneffektiv, sondern auch sehr unklug, direkt einen Antrag zu stellen. Die Lösung ist eine anonyme Risikovoranfrage. Eine Risikovoranfrage kann nur von einem ungebundenen Versicherungsvermittler gestellt werden.

Für diese Risikovoranfrage arbeiten wir alle Informationen zu Ihrem Beruf, Ihren Freizeitaktivitäten und Ihrer Gesundheit so auf, wie der jeweilige Versicherer bei dem man gerne einen Vertrag abschließen möchte, es im Antrag erfragt. Aber wir stellen nicht direkt einen Antrag.

Wir legen diese Informationen in anonymisierter Form dem Risikoprüfer des Versicherers vor und bitten um seine Einschätzung, wie er einen Kunden mit dieser Risikosituation versichern würde.

Als Antwort erhalten wir eine der folgenden Möglichkeiten:

  • normale Annahme des Antrags
  • prozentualer Risikozuschlag (=höherer Beitrag)
  • Ausschlussklausel (= eingeschränkter Schutz)
  • Ausschlussklausel und ein Risikozuschlag in Kombination
  • Rückstellung zur erneuten Prüfung in 1-5 Jahren
  • Die Ablehnung des Antrags

Um ein möglichst positives Ergebnis zu erhalten, gilt es die Informationen so aufzubereiten, dass der Risikoprüfer sich ein optimales Bild machen kann.

Beim Beruf hilft eine Tätigkeitsbeschreibung: ein Ingenieur ist nicht gleich ein Ingenieur und ein Betriebswirt nicht gleich ein Betriebswirt. Hier gibt es sehr viele unterschiedliche Tätigkeitsfelder mit sehr unterschiedlichem Risiko.

Der eine Ingenieur sitzt den ganzen Tag im Büro vor dem PC und der andere Ingenieur ist täglich auf Baustellen unterwegs. Der eine KFZ-Meister schraubt selbst in der Werkstatt, der andere sitzt im Büro und leitet den Betrieb.

Bei den Freizeitaktivitäten hilft auch eine genaue Beschreibung: unter dem Wort Radsport kann man verstehen, dass man ein wenig mit dem Rennrad über das Land fährt, oder aber sich mit einem Fully in Wettkämpfen die übelsten Downhillpisten hinunterstürzt. Der eine Taucher geht nur in warmem Wasser auf bis zu 18 Meter bunte Fische gucken, der andere taucht in geschlossene Höhlensysteme. Der eine ist glatt versicherbar, der andere wird abgelehnt.

Bei der Gesundheit gilt es für jedes relevante Thema genau aufzuarbeiten was war wann, warum, wie wurde behandelt und wann war es wieder gut?

Mit ärztlichen Stellungnahmen kann die eigene Darstellung untermauert werden.

Was dabei anzugeben ist und was nicht, hängt von der genauen Fragestellung des Versicherers in seinem Antragsformular ab. Hierbei gilt es auf den genauen Wortlaut zu achten, denn es ein Unterschied, ob der Versicherer nach einer Krankheit, einer Beschwerde oder nach einer Behandlung fragt. Es besteht auch ein Unterschied zwischen Behandlungsfreiheit und Beschwerdefreiheit. Und der eine Versicherer fragt nur nach ärztlichen Untersuchungen, der andere auch nach Untersuchungen sonstiger Behandler.

Von dem korrekten Ausfüllen der Risikofragen hängt es aber ab, ob Sie später einen wirksamen Versicherungsschutz haben oder ob Sie nur sehr viel Geld für teures Altpapier bezahlen.

 

Reicht die Anfrage bei einem Versicherer?

Wir stellen i.d.R. unsere Risikovoranfragen in der ersten Runde an die 3 Versicherer, die für Ihre Situation am besten passen würden.

Nur wenn hier nicht bereits die gewünschten Ergebnisse erzielt werden können, weiten wir den Kreis auf weitere Versicherer aus.

Dieses Vorgehen ist wichtig, damit die Risikoprüfer wissen, dass bei einem positiven Votum auch eine sehr hohe Chance besteht den Antrag zu erhalten. Somit werden unsere Anfragen auch genauer geprüft und damit besser gevotet als bei einer Massenanfrage an gleichzeitig 20 Versicherer.

Allerdings können die Ergebnisse sehr voneinander abweichen. D.h. im Extremfall der eine Versicherer lehnt den Versicherungsschutz ab, während ein anderer ihn noch glatt versichert. Oder aber der eine Versicherer verlangt einen Risikozuschlag, der andere würde einen Ausschluss vereinbaren.

Wenn man ausreichend viele „glatte Annahmen“ hat, sind weitere Voranfragen natürlich hinfällig, aber falls nicht, macht die Anfrage bei mehreren Versicherern im Einzelfall und je nach Diagnose durchaus sehr viel Sinn. 

Eine Antragsstellung ohne vorherige Risikovoranfrage wäre wie ins Casino zu gehen. Es kann gut gehen, aber in den meisten Fällen ist das nicht der Fall.

Es wäre reiner Zufall, wenn Sie ausgerechnet bei dem Versicherer einen Antrag gestellt haben, der Ihr Risiko am günstigsten für Sie einstuft.

Risikovoranfragen sind bei allen Versicherungen angebracht, die Gesundheitsfragen stellen.

Das sind im Einzelnen:

 

✔ Private Kranken(zusatz)-Versicherung

✔ Berufsunfähigkeitsversicherung

✔ Erwerbsunfähigkeitsversicherung

✔ Grundfähigkeitsversicherung

✔ Pflegeversicherung

✔ Risiko-Lebensversicherung

✔ Unfallversicherung