Der Weg durch die Wirtschaft

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft. Denn in ihr gedenke ich zu leben.  (Albert Einstein)

Kein Mensch kennt die Zukunft. Niemand kann sie be-/errechnen. Kennen kann man die Vergangenheit. Man kann sie erklären und interpretieren.

Das alles hat aber nichts mit der Zukunft zu tun! Die Lottozahlen von gestern sind auch nicht die Gewinnzahlen von morgen!

Man kann aus der Vergangenheit lernen! Wir, die WBV-Gruppe, können Sie an unserer Erfahrung teilhaben lassen. Wir sind keinesfalls unfehlbar oder allwissend, aber schon sehr lange unterwegs.

Folgen Sie uns! Gemeinsam sollten wir es schaffen! Schritt für Schritt.

Schritt 1: "Was ist Inflation?"

Kaufkraftvernichtung durch Geldmengenausweitung. Oder als Formel: Geldmengenwachstum (in %) - Wirtschaftswachstum (in %)

Wie kommt es dazu? Wenn die Notenbanken zuviel neues Geld in Umlauf bringen (lassen), das nicht durch Waren oder Dienstleistungen gedeckt ist.
Ein sehr stark vereinfachtes Beispiel: Stellen Sie sich vor, in einer Bäckerei liegen 30 Brote und sonst nichts. Hundert Kunden dieser Bäckerei besitzen je 10 Euro und wollen Brot kaufen. Da die Nachfrage so groß ist, kann der Bäcker den Preis bis zu 10 Euro anheben. Teurer wäre sinnlos, denn dann kann das Brot niemand mehr bezahlen.
Jetzt kommt Frau Merkel vorbei und drückt jedem der Kunden 100 Euro in die Hand. Somit könnte der Bäcker im Extremfall bis zu 110 Euro verlangen, bevor ein Brot wieder unbezahlbar würde. Für diese 110 Euro bekommt ein Kunde aber in diesem Fall auch nur 1 einziges Brot. Für seine ursprünglichen 10 Euro grade mal eine dicke Scheibe davon.

Die Inflationsrate ist der Prozentsatz an Preissteigerung, wenn man die Preise des Vorjahrs als 100 % ansetzt. Beispiel: 100 Euro kostet ein schickes Kleid am 1.1.2010. Am 1.1.2011 müssen für das gleiche Kleid 110 Euro bezahlt werden. Man spricht von einer "Inflationsrate" von 10%. Dieser Wert geht in die Lohn- und Tarifverhandlungen der Gewerkschaften ein und wirkt seinerseits wieder preistreibend, denn wenn die Firmen höhere Löhne zahlen müssen, werden sie die Preise anheben, was wiederum zu höheren Gehaltsforderungen führt, usw. usw.

Die Lohn/Preis-Spirale kommt in Schwung. Erst wenn die Preise "unbezahlbar" werden, wird es kritisch. Die Firmen investieren und produzieren nicht mehr weiter: Arbeitslosigkeit ist die Folge.

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Schritt 2: "Was ist Risiko"?

Die meisten Anleger denken beim Begriff "Risiko" an Totalverlust. Eine Risikoanlage ist für sie "Hopp oder Flopp". Diese Sichtweise läßt den Zeitfaktor völlig außer acht. Dieser ist aber eine der wesentlichsten Stellgrößen bei der Geldanlage: Laufzeit - Risiko - Ertrag! Oft auch gehört als: Verfügbarkeit - Sicherheit - Rendite.

Wer auf allen drei Feldern das Optimum will, muß die "eierlegende Wollmilchsau" finden. (Kleiner Tip: Im Kapitel "Humor" unserer Homepage sehen Sie einen der seltenen Schnappschüsse dieses Wunderwesens.) Jeweils zwei dieser Stellgrößen im Optimum bedeutet automatisch, daß die Dritte ins Negative kippt. Auf das Risiko bezogen: Wer die totale Sicherheit will, muß sein Geld sehr langfristig anlegen oder mit einer sehr kleinen Rendite zufrieden sein. Und genau hier liegt der "Casus knaxus": Je mehr Geduld ich aufbringe, desto geringer die "Chance auf Verlust".

Womit wir beim wichtigsten Begriff wären, der zum Risiko gehört, nämlich die Chance. In jedem Risiko liegt eine Chance. So, wie es keine Handfläche ohne Handrücken gibt, so gibt es kein Risiko ohne Chance oder umgekehrt: Keine Chance ohne Risiko.

Während in der Vergangenheit bei gemischten Aktienfonds nach 1 Jahr durchschnittlich 54 % im Plus lagen, hatten 46 % verloren. Nach 5 Jahren gab es nur noch 28 % Verlierer, nach 10 Jahren noch 4 % und nach 20 Jahren waren schließlich alle auf der Gewinnerseite. Sogar die "schlechteren" Fonds.

Bei der Geldanlage sollte man deshalb besser vom Schwankungs-Risiko sprechen. Dem ständigen Auf und Ab an den Börsen. Dieses Auf und Ab entsteht zwangsläufig, weil dort im Grunde genommen Hoffnungen (auf Wertzuwachs und/oder auf hohe Erträge) gehandelt werden. Jeder Händler hat dabei seine eigene Meinung. Nur so kommt überhaupt ein Handel zustande! Käufer "A" vermutet (!) das Gegenteil von Verkäufer "B". Hätten beide die gleiche Einschätzung, würde A nicht kaufen und B nicht verkaufen. Weil sich die Zahl der Optimisten und die der Pessimisten aber tagtäglich ändert, schwanken die Preise. Nur auf lange Sicht sind sich alle einig darin, daß Aktien die beste Möglichkeit sind, die Inflation zu schlagen und Vermögen aufzubauen. Also bewegen sich Aktienkurse auf lange Sicht immer nach oben.

Wer mit diesem Wissen das kurzfristige Auf und Ab nicht aushalten kann - wobei "kurzfristig" auch schon einmal 3 bis 4 Jahre abwärts heißen können - der muß entweder aktiv umdenken oder sich mit weniger Ertrag bescheiden.

Allerdings haben auch alle anderen gehandelten Anlagemöglichkeiten ihre ganz speziellen Schwankungsrisiken. Ja, sogar dort, wo man Geld nur "hinterlegt" (damit andere (die Banken) damit verdienen) also beim Cashkonto, beim Fest/Termingeld, beim Sparbuch oder Sparbrief, ist die allerletzte Sicherheit nicht (mehr) gegeben. Dafür hat das Landgericht Berlin am 15.06.2010 gesorgt. Unter dem Aktenzeichen 10 O 360/09 entschied es nämlich, daß bei einem Bankenzusammenbruch die Anleger keine Entschädigungszusage bei ihrer Einlagensicherung einklagen können. Diese Einlagensicherung, mit der deutsche Banken gerne und lautstark werben, ist - juristisch gesehen - nämlich eine "freiwillige" Einrichtung. Wenn in den Kassen dieser Einrichtung nichts enthalten ist, kann auch niemand daraus etwas bekommen.

Sie würden gerne wissen, wie die momentane Kassenlage aussieht? Nach unseren Informationen sind es Anfang 2011 etwa 4,2 Milliarden Guthaben bei gleichzeitig 6,4 Milliarden Verpflichtungen aus der "Lehmann-Pleite". Mit anderen Worten: Wer heute ein "einlagengeschütztes" Cashkonto oder Sparbuch sein eigen nennt, darf im Falle der Pleite seiner Bank kaum mit "freiwilligen" Zahlungen aus einem Einlagen-Sicherungsfonds rechnen, der derzeit etwa 2,2 Milliarden Schulden hat.

Womit deutlich geworden sein sollte: Die allerletzte Sicherheit gibt es nirgendwo. Wenn das Risiko aber nicht aus der Welt zu schaffen ist, dann sollte man sich doch einmal ernsthaft mit den damit verbundenen Chancen beschäftigen. 

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Schritt 3: "Was ist Rendite?"

Zuerst die schlechte Nachricht? Der Renditebegriff ist zwar mit Mathematik verbunden, die den allermeisten Menschen in Deutschland nicht liegt (oder zumindest keinen Spaß macht) es gibt aber trotzdem keine allgemeingültige Definition. (Versuchen Sie`s ruhig einmal bei Wikipedia!)

Was ist dann die gute Nachricht? Wir können uns den Begriff „selbst schnitzen“, den wir am besten verstehen. Für mich persönlich war die Rendite Zeit meines Lebens das Ergebnis einer bestimmten Anlage (100 €) bei einem bestimmten Zins (7%) über eine bestimmte Zeitspanne hinweg (5 Jahre): in diesem Fall 140,26 €.

In diesem Rechenbeispiel ist der Zinseszins eingebaut: Aus 100 wird nach 1 Jahr mit 7 % = 107, daraus werden 114,49, daraus 122,50, daraus 131,08 und daraus schließlich 140,26. Also war die Rendite gleich dem Anlagezins: 7%. Ich weiß aus meiner täglichen Arbeit, daß das viele Kunden auch so sehen.

Der Wertzuwachs war dagegen: 40,26 €. Geteilt durch die 5 Jahre Anlagezeit: 8,05 % ! Hallo! Das ist auf die kurze Zeit gesehen schon ganz ordentlich mehr. Auf den tatsächlichen Zinssatz von 7 % bezogen immerhin 15 % mehr! (15% von 7 sind 1,05)

Wie sagte ich schon vor 40 Jahren meinen Schülern in einem zugegebenermaßen holprigen „Reinhardt-May-Stil-Reim“:

Mit „Durchschnitt“ und „Prozente“ manipulier ich ohne Ente. (Gemeint ist natürlich Ende)

Erste Empfehlung deshalb: Versenken Sie am besten alle Werbeschreiben samt Prospekten in die Ablage „P“, wie „Papierkorb“, wenn man Ihnen einen tollen Wertzuwachs vorgaukelt. Je länger nämlich die Anlagezeit (beispielsweise für ein Schiff oder einen Container, 20 Jahre) wird aus einer Rendite von 7% auf 100 € ein Wertzuwachs von 286,97 geteilt durch 20 = 19,35 % pro Jahr.

Noch viel größer fällt der Unterschied aus, wenn es um Sparpläne geht. Wer 5 Jahre lang jeden Monat 100 € mit 7 % verzinst zurücklegt, besitzt am Ende 7.159,29 €. Ein Wertzuwachs von 1.159,29 €.

Tja, und dann gibt es noch Prospektmachers Liebling! Der sogenannte “Interne Zinsfuß“. Wenn Sie diesen Begriff als „Renditeersatz“ innerhalb eines Prospektes finden, der Ihnen eine Anlage schmackhaft machen will, die regelmäßige Ausschüttungen vornimmt (wie nahezu alle geschlossenen Immobilienfonds), dann sollten Sie sich im Klaren sein, daß diese durchaus seriöse Berechnungsformel häufig dazu verwendet wird, Sie in ganz unseriöser Weise über den Tisch zu ziehen!

Der interne Zinsfuß geht nämlich – völlig wirklichkeitsfremd – davon aus, daß alle erfolgten Ausschüttungen sofort und unmittelbar zum gleichen Zinssatz wieder angelegt werden, wie ihn die Investition gerade erwirtschaftet hat.

Beispiel: Sie besitzen eine 20.000€ - Immobilienfonds-Beteiligung, die Ihnen erfreulicherweise  6 % im Jahr erwirtschaftet. Sie erhalten eine Ausschüttung von 1.200 €. Versuchen Sie bitte, diese 1.200 € irgendwo für 6 % anzulegen... Na also.

Noch einmal: Der Interne Zinsfuß ist eine Größe, die dem Mathematiker Vergleichsaussagen ermöglicht. Als „Rendite-Ersatz“ in einem Prospekt dient er in aller Regel der Verschleierung des eigentlichen Ergebnisses.

Sie wissen jetzt also, wovor Sie sich hüten sollten. Aber wie findet man sich im Dschungel von Mathematik, Zins und Zinseszins zurecht, wenn man doch nur wissen will, ob eine Anlage rentabel ist. Wenn Sie mit mir der Meinung sind, daß Rentabilität eine ganz persönliche Vorstellung ist – der eine hält 3 Prozent schon für ganz gut, beim anderen fängt „echte Rendite“ erst bei 10 % an – dann hilft eine wirklich ganz simple Faustformel schon ziemlich weit: Die 72er-Regel. Sie beantwortet auf ganz einfache Weise grundlegende Zusammenhänge. Merken Sie sich diese Regel ganz genau und sie sind nur noch mit deutlich erhöhtem Aufwand über den Tisch zu ziehen! Die Zahl 72 gibt Ihnen beispielsweise die Antwort auf die Frage: „In welcher Zeit verdoppelt sich mein Kapital, wenn mir jemand 8 % dafür verspricht“.  Sie lautet: in 72:8 = In 9 Jahren. Oder, Sie wollen in 10 Jahren ihr Kapital verdoppeln. Dann brauchen Sie einen Zinssatz von 72:10 = 7,2 %. Oder es interessiert Sie, wann bei 4 % Inflation die Hälfte Ihrer Kaufkraft aufgefressen ist? Bitteschön: 72:4 = In 18 Jahren. Es ist klar: Da diese Ableitung aus der Zinseszinsformel sich nur aufs verdoppeln oder halbieren beschränkt, können damit bei weitem nicht alle Renditefragen geklärt werden. Aber Sie können ein Gefühl dafür entwickeln, ob sich ein Gesprächspartner auf dem Boden der Tatsachen oder im finanziellen Wolken-Kuckucksheim bewegt, denn nach meinen persönlichen Maßstäben ist eine Verdopplung der Anlage in 10 Jahren (7,2 %) durchaus akzeptabel. Es müssen nicht immer 15 % sein. Eine Verdopplung in weniger als 5 Jahren.

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